Erfahrungsberichte

Am 3. Juli war ein Freudentag: Wir durften den sechs austretenden Lernenden ihre Diplome und Fachausweise überreichen. Schön dabei inne zu halten und in Gedanken zu den ersten Tagen zurück zu kehren um erfreut festzustellen, welch grosse Veränderungen in den ein, zwei oder drei Jahren passiert sind, während denen wir die jungen Mannen und Frauen begleiten durften.

 

A.R. aus Näfels, Büroassistent EBA 2014: "Ich nehme positive Erinnerungen mit"

A.R. aus Mollis startete 2012 im Seminarhotel Lihn seine Lehre als Büroassistent. A. hat eine Hörbehinderung und brauchte dadurch für seine Lehrzeit ein besonderes Umfeld. Auf die Frage, was sich seit Beginn verändert hat, meint er spontan: "Am Anfang war ich sehr unselbstständig. Heute kann ich ziemlich gut in Eigenverantworung arbeiten und vieles in hoher Qualität erledigen". Es sei eine gute Zeit für ihn gewesen, und es hätte ihm immer gut gefallen. Er wäre an der Rezeption vielen Menschen begegnet und er nehme nur positive Erinnerungen mit.

A. zeichnete sich dadurch aus, dass er immer pünktlich zur Arbeit erschien, nie fehlte, keinen Krankheitstag verzeichnete und immer guter Laune war. Als Honorierung für diese aussergewöhnliche Leistung erhielt er zum Schluss drei zusätzliche Ferientage geschenkt. Auf die Frage, was ihm nicht so gut gefallen hätte, folgt langes Schweigen: "Es kommt mir nichts in den Sinn", meint er gut gelaunt - wir wissen, dass es so ist. Hat A.R. Zukunftspläne? "Ja klar, nach dem nächsten Jahr im Versicherungsbereich möchte ich mich hocharbeiten: Ich wünsche mir mehr Verantwortung. Und ich träume immer noch davon, früher oder später in einer Autogarage im Büro arbeiten zu können". 


S.T. aus Schwanden, Service PrA: "Ich habe mich sehr verändert"

S. absolvierte im Seminarhotel Lihn im Servicebereich eine zweijährige Praxisausbildung nach INSOS. Auf die Frage, was sich in den beiden Jahren bei ihr entwickelt hat meint sie: "Ich selber habe mich sehr verändert: Ich gehe heute offen auf die Gäste zu, ich habe gelernt zu verkaufen und je länger ich da war, je mehr habe ich Komplimente erhalten". Zu Beginn war der Anteil Geschirrbruch, für den S. verantwortlich war, sehr hoch. Heute ist sie stolz darauf, dass beim Service kaum noch etwas zu Boden fällt. Und ihre Träume? "Ich würde liebend gerne in einem Flugzeug als Flight Attendant arbeiten." Bleibt S.T. so aktiv an ihrer Entwicklung und an ihrem Weiterkommen dran, wie wir es erleben durften, könnte sogar dieser Traum früher oder später Wirklichkeit werden.


V.C. aus Appenzell, Hotelfachangestellte EBA: "Ich habe hier Anstand gelernt"

"Bei mir hat sich sehr viel verändert, in den beiden letzten Jahre: Früher konnte man mit mir fast nicht zusammenleben oder -arbeiten. Heute ist mein Verhalten anderen gegenüber viel besser und ich habe hier Anstand gelernt". S. nutzte das Wohnangebot in der Aussenwohngruppe. Was nimmt sie aus dieser Zeit mit? "Ich habe hier gelernt zu kochen und Ordnung zu halten. Und ich kann heute mit anderen Jugendlichen gut auskommen". Die Lehrzeit seit für sie manchmal mühsam und anstrengend gewesen, aber sie gehe mit einem guten Gefühl weg. Eine Idee für die Zukunft hat V.C. auch: "Einmal auf einem Kreuzfahrtschiff mitarbeiten, würde ich sehr gerne". Bis es soweit ist, muss sie sich zuerst an einer nächsten Arbeitsstelle bewähren. Aktuell suchen wir für V.C. eine passende Stelle im Housekeeping oder im Service.


A.L. aus Wetzikon, PrA Hotellerieangestellter: "Ich möchte Hotelmanager werden"

A. war während einem Jahr ein Sonnenschein, der kaum dunkle Wolken um sich herum tolerierte: Immer charmant, immer gut aufgelegt und freundlich - so erlebten wir die Ausbildungszeit mit ihm. A.: "Alle Mitarbeitenden waren sehr nett zu mir, das wollte ich zurück geben." Er habe hier viel Neues gelernt, vor allem auch im Wohnbereich: Selber Kochen und Ordnung halten, seine Kleider managen: Das helfe ihm dabei, früher oder später alleine zu leben. Für A.L. waren die unregelmässigen Arbeitszeiten kein Problem, er war es sich vom Imbisstand der Eltern her gewohnt. Auch das Lehrlingslager bleibt ihm in guter Erinnerung. Was er einmal erreichen möchte? "Ich möchte Hotelmanager werden, wie Sie" sinniert er, seine grossen, braunen Augen glänzen dabei.


R.C. aus Mels, Hotellerieangestellte EBA: "Ich will an mich glauben"

"Es ist ein schönes Gefühl, diese zwei Jahre hier überstanden zu haben. Ich bin stolz darauf, dass ich durchgehalten und dass ich die Abschlussprüfung bestanden habe." Gerade die Erkenntnisse der nicht einfachen Zeiten will R. in ihr weiteres Leben mitnehmen. Sie erzählt weiter, dass sie hier gelernt hätte, durchzuhalten und auf die Zähne zu beissen, auch bei Schwierigkeiten. Dadurch sei ihr Selbstwertgefühl spürbar stärker geworden. Vom Wohnbereich hätte sie gute und weniger gute Erinnerungen, die sie mitnimmt. Immerhin wisse sie jetzt in etwa, wie man Haushalten müsse, damit man selbstständig wohnen kann. R.C. will möglichst viel vom Guten der letzten zwei Jahre mit in ihr weiteres Leben mitnehmen und brauchen. "Und ich will künftig mehr an mich glauben".

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Broschüre Ausbildung und Eingliederung

Flyer-Ausbildung-Eingliederung